Statement

Das Projekt Habibi Dome führte zum gemeinsamen Bau eines Raumes.

Durch kollektive, künstlerische Mittel generieren Menschen eigenständig und selbstverantwortet in einem auf Augenhöhe ablaufenden Prozess Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe. Das mittlerweile im Internet frei zugängliche Prinzip des Geodesic Domes (geodäthische Kuppel) nach Richard Buckminster Fuller diente als architektonisches Vorbild und wird als Bild für Zusammenarbeit verstanden.

Die zwei entscheidenden Ausgangsfragen des Projekts waren: Was benötigten die am Projekt Beteiligten um selbstständig die eigene Situation zu verbessern? Und wofür begeisterten sie sich, wofür wollten sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse einsetzen? Und die Menschen, die auf ihrer Flucht aus ihren Heimatländern in Katsikas in Nordgriechenland angekommen waren, formulierten das Vorhaben, einen Raum zu bauen: einen selbst entwickelten und gebauten Raum zum Lernen und Unterrichten, um sich zu Treffen und zu Versammeln, für Musik und Konzerte, aber auch um Freunde einzuladen. Da die Idee einer Kuppel viele schon mit sich trugen und alle davon begeistert waren, wurde beschlossen einen Geodesic Dome als anregenden und inspirierenden Raum zu konstruieren. Ganz im Sinne der offenen Werkstatt Habibi.Works, in dem das Projekt realisiert wurde, war das Ziel, den Menschen vor Ort, zumindest in diesem einen Rahmen, selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Handeln zu ermöglichen.

Geplant, geschraubt und gebaut wurde die Kuppel mit sechs Metern Durchmesser und drei Metern Höhe  um ein stets erweitertes Kernteam, bestehend aus drei Menschen aus Syrien. Schwerpunkt dabei war, dass der kollektive Prozess stets auf Augenhöhe ablief. Alle Beteiligten waren gleichberechtigt. Ein Kontext wurde geschaffen, in dem alle mit ihren Ideen und Fertigkeiten den Prozess vorantreiben konnten. Darin stellte die Zusammenarbeit ein bewusstes Statement dar: Brachten Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen mit unterschiedlichster Herkunft ihre Neigungen, Fähigkeiten sowie Erfahrungen ein, war das extrem produktiv in der Sache und bereichernd, sowie menschlich überaus positiv für die Gemeinschaft und für ganze Gesellschaften.

Contact: Franziska Wirtensohn, Michael Wittmann

contact@habibidome.org