Eine Möglichkeit, um für kollektives Handeln einen Niederschlag im Physischen, in einer Materialität zu bekommen, ist die Konstruktion als eine gemeinschaftliche Art des Bauens. Die Konstruktion wird dabei durchaus im Sinne der Konstruktivisen (russischer Konstruktivismus) verstanden. Das Bauen stellt einen sehr spielerischen, konstruktiv(istisch)en Ansatz mit Material, bzw. mit zur Verfügung stehenden Dingen dar. Das Bauen und die draus resultierenden Konstruktion wird sozusagen zum kollektiven Prozess.
Wichtige Voraussetzungen hierfür sind ein für alle zugängliches und begreifbares Ausgangsmaterial, ein oder auch mehrere für alle verständliche Konstruktionsprinzipien, die man zuvor durchdacht hat, und die Abmachung, Fehler machen zu dürfen. Gebaut wird auch nach dem trial-and-error Prinzip, Versuch und Irrtum und erneuter Versuch.
Ziel ist es einen Ausdruck, eine Form für die Auseinandersetzung in der Gruppe zu finden. Das so entwickelte Gestaltungsprinzip, die so gefundene Form und/oder Struktur stellt auch ein Statement dar. Ein Statement für das Anliegen des Kollektivs und ein Statement auch dafür, dass kollektive Prozesse konstruktiv und bereichernd im Kleinen wie im Großen sind. Genau das war Anliegen beim Projekt The Geodesic Dome.
Ein weiterer Aspekt ist das Nachvollziehbarmachen und Veranschaulichen komplexer Sachverhalte, sowie Prozesse durch Nach- oder Umbauen einzelner Elemente oder des gesamten Prinzips. Die Konstruktion stellt hier ein Nachbauen, aber vor allem auch eigenes Analysieren und (Um)Interpretieren dar. Die einzelnen Schritte eines komplexeren Systems werden verständlich und erfahrbar gemacht. Noch dazu erarbeitet man sich einen eigenständigen Umgang mit den Elementen komplexerer Zusammenhänge und hat sie somit im eigenen Repertoire zur Verfügung, um mit ihnen zu spielen, sie zu hinterfragen.
Ziel ist ein selbstbestimmter, reflexiver Umgang mit komplexen Dingen,
neue Technologie und deren Auswrikungen.

Konstruktion

Contact: Franziska Wirtensohn, Michael Wittmann

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